LERNREISEN FREIBURG


ZIEL DER LERNREISE

Das Ziel der Lernreise ist die Vielfalt der Schullandschaft kennenzulernen. Dazu unternimmt eine Gruppe eine zweiwöchige Reise zu sechs inspirierenden, innovativen und wegweisenden Schulen.


ERFAHRUNGSBERICHTE
Freiburger Studierende berichten von vergangenen Lernreisen

Lernreise 2023

Einblicke in innovative und alternative Schulen
Wir sind eine Gruppe von acht Lehramtsstudierenden der Albert-Ludwigs-Universität und der Pädagogischen Hochschule Freiburg. In unserer Lernreise werden wir zwischen Februar und März 2023 verschiedene Schulen in Deutschland besuchen, die wir als interessant bzw. innovativ erachten und gemeinschaftlich aussuchen werden.
Als zukünftige Lehrpersonen erhoffen wir uns aus der dieser Lernreise, von gelingenden Schulen und deren Organisationsstrukturen sowie Leitprinzipien zu lernen, um unsere Erfahrungen im Bildungsbereich zu bereichern.
Im Folgenden möchten wir Sie im Rahmen eines Zwischenberichts über die Ergebnisse unserer bisherigen Vorbereitungstreffen informieren.

Die Organisation der Lernreise wurde mit einem Kennenlerntreffen gestartet. Zuvor wurden Studierende aus der Universität sowie der Pädagogischen Hochschule auf die Veranstaltung aufmerksam gemacht. Organisiert wurde das Treffen von Samira Steck, welche an den vergangenen Lernreisen teilnahm und diese mitorganisierte.

Das erste Treffen zur Vorbereitung der Lernreise fokussierte sich auf die Gestaltung der kommenden Vorbereitungstreffen. Die Organisation der Lernreise baut auf drei Säulen auf, welche als „Hirn, Herz und Hand“ bezeichnet werden. Zum Bereich „Hirn“ gehören Aspekte wie diskutieren, Fragen stellen und neu denken. Mit dem Bereich „Herz“ werden z.B. Angelegenheiten wie Gemeinschaft sein und werden sowie austauschen/vernetzen assoziiert. Die Säule „Hand“ beinhaltet agierende Handlungen wie organisieren, planen oder anpacken. Hiermit wurde ein Grundstein für die Ausgestaltung der weiteren Vorbereitungstreffen gelegt. Im Anschluss daran wurden verschiedene Verantwortungsbereiche (z.B. Finanzierung und Schulkontakt) herausgearbeitet und an die Teilnehmenden verteilt.

Bei diesem Treffen wurde sich zunächst mit der Frage beschäftigt, was die einzelnen Teilnehmenden von der Lernreise erwarten. Um dem nachzugehen, haben sich alle Teilnehmenden mit den folgenden drei Fragen beschäftigt:

Die Antworten wurden gesammelt und im Gruppengespräch thematisiert und für alle Teilnehmenden transparent gemacht.
Zur Vorbereitung der Schulauswahl, die für die Lernreise in Frage kommen, hat sich die Gruppe zunächst mit den Kriterien für „gute Schulen“ beschäftigt. Um dieser Frage nachzugehen, haben sich die Teilnehmenden auch mit den zu kritisierenden Aspekten des aktuellen Schulsystems sowie den Qualitätsbereichen des Deutschen Schulpreises auseinandergesetzt. Mit diesen Erkenntnissen wurden Merkmale guter bzw. innovativer Schulen erarbeitet. Dazu haben alle Teilnehmenden ihre Vorstellungen von guten Schulen niedergeschrieben und im Plenum geteilt.

Beim letzten Vorbereitungstreffen des Jahres 2022 drehte sich alles um die Auswahl potenzieller Schulen, welche bei der Lernreise besucht werden können. Als Vorbereitung für diesen Termin haben sich alle Teilnehmenden mit der Auswahl von interessanten Schulen beschäftigt. Beim anschließenden Treffen wurden von allen Teilnehmenden bis zu drei Schulen vorgeschlagen. Dabei wurden die Besonderheiten dieser Schulen hervorgehoben. Die Teilnehmenden haben beschlossen, dass über die Schulen, die für eine Hospitation angefragt werden sollen, online abgestimmt werden soll.

In den Wochen zwischen der Weihnachtspause und dem ersten Treffen im neuen Jahr wurden alle ausgewählten Schulen angeschrieben, um diese über unser Vorhaben aufzuklären und für Besuche bzw. Hospitationen anzufragen. Zusagen haben wir bisher von der Primus-Schule in Minden und dem Montessori Zentrum ANGELL in Freiburg erhalten. Aufgrund vieler Anfragen hat die Clara-Grunwald-Schule uns an die Freiburger Karoline-Kaspar-Schule sowie Paul- Hindemith-Schule verwiesen. Diese wurden auf die Liste der potenziellen zu besuchenden Schulen aufgenommen. Die Laborschule Bielefeld hat zu unserem Lernreisezeitraum leider keine Termine verfügbar. Die Antworten der anderen Schulen standen zu dem Zeitpunkt noch aus. Dadurch konnten weitere organisatorische Aspekte wie die Planung der Route und der Besuchsdaten der relevanten Schulen zunächst nicht geklärt werden. Dennoch hat sich die Gruppe über die weitere Vorgehensweise zur Planung der Finanzierung der Lernreise ausgetauscht und weitere Schritte besprochen.

Darüber hinaus hat sich das Team mit der Frage beschäftigt, was über die Schulen und ihre Mitglieder konkret gelernt bzw. erfahren werden soll. Dazu wurde im Rahmen eines gemeinsamen Brainstormings ein Fragenkatalog herausgearbeitet, welcher Fragen an die Lehrenden sowie Lernenden beinhaltet. Dabei haben sich beispielsweise folgende Fragestellungen ergeben:

„Wie beeinflusst die Profilierung der Schule Ihren konkreten Schulalltag?“ (an Lehrpersonen)

„Was ist Dir an einer Schule besonders wichtig?“ (an Schüler:innen)

Im besten Fall werden wir bis zum nächsten Treffen (positive) Antworten aller bisher angefragten Schulen erhalten, um eine konkrete Reiseroute und die damit verbundene Art der Mobilität planen zu können. Mit dieser Planung wird die Ausarbeitung eines Finanzierungsplans und die Auseinandersetzung mit den Reisekosten unausweichlich.

Lernreise 2022

Auf der Suche nach einer Schule für die Zukunft

Im März 2022 ging es für sechs Lehramtsstudierende auf eine Lernreise an vier inspirierende Schulen. Einen Einblick davon bekommt ihr in diesem Abschlussbericht:

Motivation für die Reise

Wie sieht eine zukunftsfähige Schule aus? In welcher Lernumgebung kann ich den mir anvertrauten Kindern und Jugendlichen am besten gerecht werden? Wo fühle ich mich als Lehrperson so wohl, dass ich in meinen Beruf mit Freude und Einsatz dauerhaft tätig sein möchte und kann?

Diese Fragen veranlassten uns – sechs Lehramtsstudierende aus Freiburg – zu einer gemeinsamen „Lernreise“ zu Schulen mit alternativen Lehr- und Lernkonzepten. Dafür ließen wir uns von „Kreidestaub e.V.“, inspirieren. In dieser studentischen Initiative vernetzen sich junge Menschen, die die Lehrer:innenausbildung kritisch hinterfragen und verbessern möchten. Im Rahmen dieser Initiative werden beispielsweise bundesweite Schulbesuche in Studierendengruppen als „Lernreise“ organisiert. Unabhängig und in Selbstorganisation besuchten wir im März 2022 drei Schulen im Freiburger Raum und eine Schule in der Schweiz. Wir freuen uns, im Folgenden einen kurzen Einblick in unser Projekt und unsere Erfahrungen geben zu können und danken der GEW und dem VBE für ihre finanzielle Unterstützung.

Den ersten Impuls zur Idee einer „Lernreise“ bekamen wir bereits auf dem Seminar “Bildung von unten” im Sommer 2021, das einige von uns gemeinsam besuchten. Dieses Seminar ist mittlerweile im Hochschulrahmen Freiburg fest verankert. Es greift Ideen der Initiative „Kreidestaub e.V.“ auf und zielt darauf ab, dass sich Studierende in demokratischen Prozessen mit selbst gewählten Fragestellungen und Themen selbstbestimmt und eigenverantwortlich auseinandersetzen.

In Vor- und Nachbereitungstreffen übten wir uns im „All-Leadership“, Aufgaben und Verantwortungen wurden in der Gruppe demokratisch verteilt, und wir reflektierten unser Vorgehen. Auf einem intensiven Vorbereitungswochenende schärften wir unsere Zielsetzung und stimmten unsere Reiseorganisation miteinander ab. Abschließend trafen wir uns zu einem Rückblick und einer Auswertung unserer „Lernreise“.

Auf einem Vorbereitungstreffen in Schallstadt verteilten wir Aufgaben und Verantwortung demokratisch in der Gruppe untereinander

Stationen unserer Reise
Das Ecole d’Humanité in Hasliberg-Goldern im Kanton Bern/Schweiz
wird von einer Stiftung getragen und ist eine internationale Schule in der Tradition reformpädagogischer Landerziehungsheime, gegründet zu Beginn des 20. Jahrhunderts von Paul Geheeb und Edith Geheeb-Cassirer.
Das Besondere an diesem Internat ist das Zusammenleben von Lehrenden und Lernenden in Familiengruppen, die sich eigenverantwortlich organisieren. Ziel ist die Übernahme von Verantwortung, um die eigene Entfaltung der Persönlichkeit voranzubringen. Gelernt wird in Lernteams ähnlichen Leistungsniveaus, organisiert in thematischen Kursen. Ergänzt wird das Lernangebot durch ein Kreativprogramm, von musischen, handwerklichen und sportlichen Kursen am Nachmittag.
Die intensive Lehrer:innen-Schüler:innen-Beziehung, der ständige Austausch der Lehrenden ist zweifelsohne das Fundament für gute Bildung, die in der Fachwelt hohes Ansehen genießt und die zahlreiche Persönlichkeiten hervorgebracht hat. Allerdings sehen wir auch Nachteile für eine 24/7 – Lehrkraft durch die Verschmelzung von Beruflichem mit dem Privaten.
Die staatliche Vigelius – Gemeinschaftsschule, eine Ganztagsschule im Freiburger Westen, zeigte uns, wie in einer Regelschule eine heterogene Schüler:innengemeinschaft auf verschiedenen Leistungsniveaus dennoch zusammen unterrichtet werden kann. Die Kinder der Vigelius-Schule haben verschiedene kulturelle und sozio-ökonomische Hintergründe. Hier sollen alle Kinder eine Chance bekommen. Ganztagsarbeit und Unterstützung durch Sozialarbeit und außerschulische Kooperationspartner:innen schaffen ein umfassendes Angebot mit viel Raum für soziales Lernen. Unsere Hospitation gewährte uns Einblicke in gelingende und weniger gelingende Lernsituationen an einer Gemeinschaftsschule mit einem herausfordernden Anspruch und engagierten Lehrkräften.
Das Konzept der Natur- und Montessorischule Löwenzahnschule in Ettenheim basiert auf einer natürlichen, anregenden Lernumgebung. Die Initiator:innen sind überzeugt, dass der Wechsel zwischen Natur und Kultur einer der Motoren des Lernens ist. Wir erlebten Kinder, die in einer augenscheinlich heilen Parallelwelt begeistert und mit großer Lernfreude und Ausdauer in selbstorganisierten Projekten lernen durften. Die Lehrkräfte nahmen sie ernst und zeigten großes Einfühlungsvermögen bei der Lernbegleitung.
In der Freien Schule Dreisamtal, Freiburg trafen wir auf ein weiteres Konzept des offenen und freien Lernens. Hier beschäftigen sich die Schüler:innen in altersgemischten Lerngruppen eigenständig mit ihren Lernplänen und werden bei Bedarf von Lernbegleiter:innen unterstützt. Ohne Leistungsdruck bewahren sich die Kinder ihre Neugier und Lernfreude. Während unserer Hospitation stellte sich uns die Frage, wann ein Kind durch diese Freiheit überfordert wird und wie viel Ermutigung es durch die Lehrkräfte braucht, um Hürden und Hindernisse durch Anstrengungsbereitschaft zu überwinden.

Das erste Ziel unserer Reise war das Ecole d’Humanité in Hasliberg-Goldern im Kanton Bern/Schweiz

Fazit der Reise

Eine zukunftsfähige Schule muss Abschied nehmen von belehrendem Unterricht. Sie muss eine andere sein, als die, die wir selbst erfahren haben, denn nachhaltige Bildung zeigt sich nicht in immer umfangreicherem Faktenwissen, sondern in Kompetenzen, die es ermöglichen, ein Leben lang zu lernen.

Alle besuchten Schulen haben außergewöhnliche Konzepte, die uns inspirierten, weil sie den Kompetenzerwerb und die individuellen Lernwege der Kinder auf unterschiedliche Weise in den Blick nehmen und eigenverantwortliches Lernen fördern. Aber das Konzept alleine, seine überzeugende Darstellung oder eine anschauliche Präsentation beim Internetauftritt garantieren noch nicht den tatsächlichen Erfolg. Entscheidend ist die praktische Umsetzung und die hängt maßgeblich von der überzeugten Haltung der erfahrenen Lehrkräfte bzw. des pädagogischen Teams ab.

Unsere „Lernreise“ gab uns die Möglichkeit unterschiedliche Praxisbeispiele kennenzulernen. Vier Schulen, vier verschiedene Schwerpunktsetzungen und zahlreiche Unterrichtssituationen – inspirierende Impulse für unsere zukünftige Tätigkeit und für einen notwendigen lebenslangen Prozess der Reflexion im Lehrberuf – nicht mehr und nicht weniger. Denn abschließende Antworten auf unsere Ausgangsfragen haben wir noch nicht, wohl aber interessante Anregungen für eine mögliche Unterrichtspraxis und für neue Fragestellungen bei der nächsten Lernreise: Individualisiertes Lernen und Vergleichbarkeit, soziales Lernen und individuelle Entfaltung – Welche Freiheiten und Grenzen, welche Regeln braucht es an einer zukunftsfähigen Schule?

Lernreise 2019

Die Lernreise 2019 berichtet aus ihrer Lernreise von den Schulhospitationen, der BildungMachtZukunft Konferenz und dem Nachbereitungstreffen.


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